Hochschule Düsseldorf
University of Applied Sciences

 

Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften
Faculty of Social Sciences and Cultural Studies

Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis - Seminardetails


aktuelles Semester: SS23
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Die Seminaranmeldung erfolgt in beiden Bachelor Studiengängen in zwei Phasen unter "Prüfungsverwaltung" im
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Semester:WS22/23
 
Titel:

Housing First – Ein Paradigmenwechsel in der Wohnungslosenhilfe

 
 
Lehrgebiet/Studienbereich:Verwaltung und Organisationswissenschaft 
 
Scheine / Modul:BA Soz Prüfung A 4.2, Modul: Rechtliche, sozialpolitische, institutionelle und sozialwirtschaftliche Bedingungen (Prüfungsordnung 2011/2015/2021)
BA Soz Prüfungen S 6.1-3: Schwerpunkt: Exklusion-Inklusion-Diversity (Prüfungsordnung 2011/2015/2021)
BA Kind Prüfung SP6.1-3: Schwerpunkt: Exklusion-Inklusion-Diversity (Prüfungsordnung 2014/2015/2021)
BA Soz Prüfungen S 9.2: Schwerpunkt: Menschenrechte (Prüfungsordnung 2011/2015/2021)
BA Kind Prüfung SP9.2: Schwerpunkt: Menschenrechte (Prüfungsordnung 2014/2015/2021)
BA Soz Prüfungen S 9.3: Schwerpunkt: Menschenrechte (Prüfungsordnung 2011/2015/2021)
BA Kind Prüfung SP9.3: Schwerpunkt: Menschenrechte (Prüfungsordnung 2014/2015/2021)

BA Kind Prüfung WA.1: Wahlmodul (Prüfungsordnung 2014/2015/2021)
BA SA/SP Prüfungen WM.1/2: Wahlmodul (Prüfungsordnungen 2011/2015)
BA SA/SP Prüfung WM.1: Wahlmodul (Prüfungsordnung 2021 ab Sommersemester 2022)
 
DozentIn:Hauprich, Kai, Dr.
 
Seminarformat:Seminar möglichst vor Ort, nur soweit das nicht möglich ist, online

(Aktuelle Planung - Die konkrete Umsetzung besprechen die Lehrenden mit den Studierenden zum Seminarbeginn in der ersten Sitzung. Hinweise zum Seminarstart finden Sie in Moodle.)
 
Zeit:Vortreffen am 21.10.2022: 15:00-16:30 Uhr (Raum 03.2.003) und 30.01.-03.02.2023; jeweils von 9:00 bis 16:30 Uhr (Raum 09.2.006)
Seminarumfang:4 SWS
Seminarbeginn:21.10
 
Raum:s. Zeitangabe
 
Kommentar:
[editieren]

Teilnahmebeschränkung:

Dieses Seminar ist auf 40 TeilnehmerInnen beschränkt. (Seminardidaktik (z.B. Arbeitseinheiten in Kleingruppen, seminaristische Diskussionen) und Sicherheitsaspekte)

Inhalt:

Mitte der 1990er Jahre entwickelte der klinische Psychologe Sam Tsemberis in New York einen besonderen, nutzerorientierten Hilfeansatz für chronisch obdachlose Menschen mit multikomplexen Problemlagen und psychiatrischen Erkrankungen. Im Laufe der Jahre entwickelte sich aus dem Vorläuferprojekt „Choices Unlimited“ ein Konzept, das die eigene Wohnung zum Ausgangspunkt weiterführender, nutzergesteuerter Angebote nimmt und später unter dem Namen „Housing First“ international bekannt wurde. Das Housing First Modell erzeugte in kürzester Zeit hohe Aufmerksamkeit in Politik und Wohnungsnotfallhilfe. Nicht nur weil es das etablierte Hilfesystem im Ablauf völlig auf den Kopf stellt, sondern auch weil Housing First Projekte in Vergleichsstudien mit anderen Hilfsangeboten der traditionellen Wohnungslosenhilfe messbar bessere Ergebnisse in Wohnstabilität, Verbesserung des Wohlbefindens und Integration in Gesellschaft aufweisen. Das Housing First Konzept gilt international daher als Hoffnungsträger bei der dauerhaften, gesellschaftlichen Überwindung von Straßenobdachlosigkeit. In den USA, Kanada und insbesondere Finnland stellt Housing First seine Leistungsfähigkeit seit Jahren eindrücklich unter Beweis, sodass das Modell bereits zum Regelsystem der Wohnungsnotfallhilfe gehört. In den letzten Jahren entstanden in verschiedenen europäischen Ländern Pilot- und Modellprojekte zur Erprobung des Ansatzes – so auch in verschiedenen deutschen Großstädten. In der hiesigen Praxis der Wohnungsnotfallhilfe wird der Ansatz in jüngster Vergangenheit hitzig diskutiert. Während Befürworter:innen im Housing First Ansatz den entscheidenden Paradigmenwechsel der Wohnungslosenhilfe sehen, der die gesellschaftliche Überwindung von Obdachlosigkeit in greifbare Nähe rücken lässt, halten Skeptiker:innen das Konzept für „alten Wein“ in neuen Schläuchen oder lesen darin eine Bedrohung für das bestehende Hilfesystem. Für den deutschsprachigen Diskurskontext kann man konstatieren, dass Uneinigkeit darüber herrscht, was nun konkret unter der Idee von Housing First zu verstehen sei, welche Anteile neuartig sind, welche bereits in anderen Hilfsangeboten lange praktiziert werden, für welche Zielgruppen das Konzept geeignet ist, welche Erfolge sich davon versprochen werden können und wo die Grenzen von Housing First liegen. Befeuert werden die fachlichen Auseinandersetzungen unter anderem dadurch, dass es kaum deutschsprachige Literatur zum Thema gibt, die über Handreichungen oder Evaluationsberichte hinausreicht.

In diesem Seminar werden die konzeptionellen Grundlagen des Housing First Ansatzes vermittelt. Gemeinsam mit den Teilnehmenden wird erarbeitet und kritisch diskutiert, was den Ansatz von der traditionellen Wohnungslosenhilfe unterscheidet und wo auf „Altbewährtes“ zurückgegriffen wird.

Vorkenntnisse im Bereich der Wohnungslosenhilfe sind für die erfolgreiche Teilnahme am Seminar nicht zwingend erforderlich aber durchaus förderlich zur besseren Einordnung der Inhalte.

Arbeitsformen:

Vortrag, Diskussion, Gruppenarbeit, Fachlektüre

Prüfungsleistungen bzw. Testat:

Kurzpräsentation eines ausgewählten Themas ca. 15 Minuten pro Person inklusive 1 Seite Handout

Basisliteratur:

Busch-Geertsema, Volker (2017): Housing First – innovativer Ansatz, gängige Praxis oder schöne Illusion. Teil 1: Was ist Housing First, was ist es nicht, und Belege für die Wirksamkeit des Ansatzes. In: Wohnungslos 59 (1), S. 17–23.

Busch-Geertsema, Volker (2017): Housing First – innovativer Ansatz, gängige Praxis oder schöne Illusion? Teil 2: Was ist innovativ am Housing-First-Ansatz, ist er bereits Mainstream in Housing-First-Ansatz, ist er bereits Mainstream in Housing-First Deutschland, und wenn es aber doch keine Wohnungen gibt? In: Wohnungslos 59 (2), S. 75–80.

Pleace, Nicholas (2016): Housing First Guide Europe. Hg. v. Neunerhaus.

Tsemberis, Sam (2010): Housing first. The Pathways Model to end homelessness for people with mental helath and substance use

 
Anwesenheit:Ein grundlegendes Ziel des Studiums sind auch die in den Modulhandbüchern beschriebenen Sozial- und Subjektkompetenzen im Bereich der Kommunikation und der sozialen Interaktion. Gerade diese Kompetenzen werden zu einem wesentlichen Anteil auch in der Begegnung in den Seminaren erworben. Insofern ist Ihre Teilnahme wichtig!

Für dieses Seminar ist die Teilnahme nach § 12 Abs. 6 der RahmenPO aber keine formale Voraussetzung für die Prüfung oder das Testat. Bitte beachten Sie, dass Sie sich die Inhalte und Kompetenzen, die in den Seminarsitzungen vermittelt werden, selbstständig aneignen müssen, wenn Sie nicht teilnehmen. Sie haben keinen Anspruch, dass alle Inhalte der Seminarsitzungen auch in anderer Form bereitgestellt werden, ggf. müssen sie diese selbst recherchieren und erlernen.

In Seminaren mit Referaten, Präsentationen u.ä. als Prüfungsleistung oder Testat ist eine Anwesenheit an der dafür festgelegten Sitzung in jedem Fall als Prüfungs- bzw. Testattermin erforderlich (sofern keine Regelung zum Nachteilsausgleich bzw. zur angemessenen Berücksichtigung familiärer Fürsorge eingreift).

In Seminaren mit Prüfungen/Testaten in Gruppenarbeit, Referaten, Präsentationen u.ä. müssen Sie außerdem an dem im KomVor oder im Seminar ggf. angegebenen Termin zur Abstimmung der Gruppen bzw. der Themen und Termine für Referate, Präsentationen u.ä. teilnehmen oder sich entsprechend der Angaben des/der Lehrenden bei ihm/ihr melden um das abzustimmen – ggf. müssen Sie sich dann selbst eine Gruppe suchen oder Sie werden zu einem Thema, Termin bzw. einer Gruppe zugewiesen.

 
Seminaranmeldung:In den Bachelor-Studiengängen und im Master Empowerment Studies erfolgt die erste Phase der Seminaranmeldung bis zum 13.02.2023, 14:00 Uhr und die zweite Phase bis zum 13.03.2023, 14:00 Uhr im
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(soweit nicht oben im Kommentar anders angegeben).

Die Seminaranmeldung finden Sie im OSSC nach Login unter "Prüfungsverwaltung", eine Beschreibung des Verfahrens finden Sie hier:
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Prüfungsanmeldung und Testatanmeldung:Frist zur Prüfungs- und Testatanmeldung für dieses Seminar:
16.09.2022 bis 01.02.2023


Wenn Sie im OSSC einen Seminarplatz erhalten haben (in den Masterstudiengängen ggf. abweichende Regelungen beachten) oder wenn der*die Dozent*in Sie nachträglich im Seminar zugelassen hat, müssen Sie sich zusätzlich innerhalb der oben genannten Frist selbst im OSSC zur Prüfung bzw. zum Testat anmelden.
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