Hochschule Düsseldorf
University of Applied Sciences

 

Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften
Faculty of Social Sciences and Cultural Studies

Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis - Seminardetails


aktuelles Semester: SS21
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Das Online-KomVor ermöglicht nach der Registierung das Erstellen eines persönlichen Stundenplanes für die eigene Planung.

Die Seminaranmeldung erfolgt in beiden Bachelor Studiengängen bis 22.02.2021 unter "Prüfungsverwaltung" im
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Semester:SS21
 
Titel:

Autorepräsentationen von Rom*nja in Literatur, Film und Theater

 
 
Lehrgebiet/Studienbereich:Kultur, Ästhetik, Medien 
 
Scheine / Modul:BA SA/SP Prüfungen A 5.1/2, Modul: Kultur, Ästhetik und Medien (Prüfungsordnung 2011/2015/2021)
BA SA/SP Prüfungen S 4.1-3: Schwerpunkt: Bildung und Soziale Arbeit (Prüfungsordnung 2011/2015/2021)
BA Kind Prüfung SP4.1-3: Schwerpunkt: Bildung und Soziale Arbeit (Prüfungsordnung 2014/2015)
BA SA/SP Prüfungen S 6.1-3: Schwerpunkt: Exklusion-Inklusion-Diversity (Prüfungsordnung 2011/2015/2021)
BA Kind Prüfung SP6.1-3: Schwerpunkt: Exklusion-Inklusion-Diversity (Prüfungsordnung 2014/2015)
BA SA/SP Prüfungen S 8.1-3: Schwerpunkt: Kulturarbeit/Kulturpädagogik (Prüfungsordnung 2011/2015/2021)
BA Kind Prüfung SP8.1-3: Schwerpunkt: Kulturarbeit/Kulturpädagogik (Prüfungsordnung 2014/2015)
BA Kind Prüfung WA.1: Wahlmodul (Prüfungsordnung 2014/2015)
BA SA/SP Prüfungen WM.1/2: Wahlmodul (Prüfungsordnungen ab 2011)
 
DozentIn:Renes, Karima, M.A.
 
Seminarformat:Aktuell ist nicht absehbar, inwieweit im Sommersemester 2021 Seminare in Präsenz stattfinden können. Die aktuelle Planung für dieses Seminar ist vor diesem Hintergrund:
Onlinesemiar, ergänzt durch Treffen vor Ort, soweit möglich

Die konkrete Umsetzung besprechen die Lehrenden mit den Studierenden zum Seminarbeginn online in Moodle oder in Videokonferenzen. Bitte beachten, dass auch bei Onlineseminaren ggf. Prüfungen in Präsenz stattfinden können.
 
Zeit:Donnerstag,
09:00 Uhr bis 12:30 Uhr
Seminarumfang:4 SWS
Seminarbeginn:15.04
 
Raum:Online (optional 03.E.031)
 
Kommentar:
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Teilnahmebeschränkung:

Dieses Seminar ist auf 35 TeilnehmerInnen beschränkt. (Lehr-Lerngespräch, evtl. Exkursion)

Inhalt:

Seit ihrem ersten dokumentierten Auftauchen in Europa im 11. Jahrhundert haben Roma in den europäischen Mehrheitsgesellschaften sowohl Xenophobie als auch exotistische Romantisierung insbesondere in Literatur, Kunst und Theater andererseits hervorgerufen.

Die Nomaden, die zwischen dem 8. Und 11. Jahrhundert in mehreren Wanderungsbewegungen Nordindien verlassen hatten, haben die Tradierung ihrer Kultur bis ins 20. Jahrhundert hinein überwiegend mündlich vollzogen. Die Tradition oraler Überlieferung blieb stets fragil angesichts der hegemonialen Macht schriftlicher Zeugnisse der Mehrheitsgesellschaften, in denen Roma als stereotypes Sinnbild des „Fremden“, Zivilisationsfeindlichen Jahrhunderte lang Gegenstand exotisierender paternalistischer Darstellungen waren, die meist wenig mit ihrer Lebenswirklichkeit zu tun hatten.

Die Exklusion vom schriftlichen Diskurs hat für die Repräsentation von Rom*nja im kollektiven europäischen Gedächtnis gravierende Folgen. Zum einen konnten sich dämonisierende Stereotype in Literatur, Kunst, Enzyklopädien und hegemonialen Texten unwidersprochen verfestigen, zum anderen wurde die Kette mündlicher Überlieferung des kulturellen Gedächtnisses von Rom*nja mangels Chroniken, Archiven und literarischen Zeugnissen durch den „Porrajmos“ („Holocaust“ auf Romanes, „das Verschlingen“) unwiderruflich zerrissen.
In der Konsequenz dieser Erfahrung haben sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Europa vermehrt Roma aus dem Paradigma der oralen Tradition gelöst, um zum Writing Back anzuheben.
Indem sie oral tradiertes Lebenswissen der Minderheit in die Schriftsprachen der Mehrheitsgesellschaften „übersetzen“, erschließen Rom*nja-Autoren neue literarische Räume der Autorepräsentation jenseits literarischer Stereotype, bewahren den kulturellen Schatz der über Jahrhunderte tradierten Mythen und Geschichten vor dem Aussterben und eröffnen neue Diskurschancen zwischen „Mehrheiten“ und „Minderheiten“.

In diesem Seminar erhalten die Studierenden zunächst eine Einführung in die Grundbegriffe Postkolonialer Literaturtheorie und in die Geschichte von Rom*nja in Europa, wobei Sprache, Erzähltraditionen und die Genese schriftlichen literarischen Schaffens als Antwort auf jahrhundertelange Marginalisierung, Verfolgung und Ermordung im Zentrum stehen.
Die Entstehung nationaler und internationaler Rom*nja-Bürgerrechtsbewegungen nach dem Zweiten Weltkrieg ist eng mit dem literarischen, dramatischen und filmischen Schaffen von Rom*nja verbunden, deren Werke die Studierenden im Seminar kennenlernen werden.

Im interaktiven Seminarteil erhalten die Studierenden Gelegenheit, sich selbstständig ausgewählte Werke von Rom*nja zu erschließen und den anderen als Referate vorzustellen.

Die Arbeit des Kölner Rom e.V. wird (sofern wieder möglich) im im Juni vor Ort (als Exkursion) oder als digitale Veranstaltung vorgestellt.

Autor*innengespräche mit Oksana Marafioti ("American Gypsy") und Ruzdija Sejdovic ("Der Eremit") sind vorgesehen.

Empfehlungen zu speziellen Kenntnissen und Bereitschaften:

Für eine Prüfungsleitstung: Bereitschaft zur eigenständigen Lektüre eines ausgewählten Romans und dessen Vorstellung als Referat mit schriftlicher Ausarbeitung.

Arbeitsformen:

Vortrag, Lehr-Lerngespräch, Diskussion, Autor*innengespräche, Referate, evtl. Exkursion,

Prüfungsleistungen bzw. Testat:

Referat / Präsentation. Vergabe der Referate in der ersten Sitzung

Sonstige Informationen:

Primär-, Sekundärtexte und Filme sind teilweise in englischer Sprache.

Basisliteratur:

Primärliteratur:

(Dies sind Vorschläge der Dozentin für mögliche Referate; eigene Vorschläge von Studierenden sind herzlich willkommen.)

Debicki, Edward: Totenvogel. Berlin: Matthes und Seitz 2018.

Doughty, Louise: Fires in the Dark. London: Simon & Schuster 2003.

Doughty, Louise: Stone Cradle. London: Simon & Schuster 2006.

Lee, Ronald: Verdammter Zigeuner. Weinheim: Beltz und Gelberg 1978

Maximoff, Matéo: Die Ursitory. Zürich: Unionsverlag 2001.

Maximoff, Matéo: Verdammt zu leben. Bern: Zytglogge 1988.

McCann, Colum: Zoli. Hamburg: Rowohlt 2006.

Nicolic, Jovan: Weißer Rabe, schwarzes Lamm (2006)

Marafioti, Oksana: American Gypsy (2012)

Wolff, Karin (Hg.): Papuszas Gesprochene Lieder. Frankfurt (Oder): Stiftung Kleist-Museum 2011.



Sekundärliteratur (Grundlagen):

Castro Varela, María do Mar und Nikita Dhawan: Postkoloniale Theorie. Eine kritische Einführung. Bielefeld: Transcript 2015

Deleuze, Gilles, Elena Guattari u. Félix Guattari: Kafka: Toward a minor literature? 1986.

Djuric, Rajko: Die Literatur der Roma und Sinti. Berlin: Edition Parabolis 2002.

Eder, Beate: Geboren bin ich vor Jahrtausenden. Bilderwelten in der Literatur der Roma und Sinti. Klagenfurt: Drava 1993.

Erll, Astrid: Kollektives Gedächtnis und Erinnerungskulturen. Eine Einführung. Stuttgart: J.B. Metzler, 2005.

Toninato, Paola: „The Political Use of Romani Writing“. In: Blandfort, Julia u. Marina Hertrampf (Hrsg): Grenzerfahrungen. Roma-Literaturen in der Romania. Berlin: Lit-Verl. 2011.

 
Anwesenheit:Ein grundlegendes Ziel des Studiums sind auch die in den Modulhandbüchern beschriebenen Sozial- und Subjektkompetenzen im Bereich der Kommunikation und der sozialen Interaktion. Gerade diese Kompetenzen werden zu einem wesentlichen Anteil auch in der Begegnung in den Seminaren erworben. Insofern ist Ihre Teilnahme wichtig!

Für dieses Seminar ist die Teilnahme nach § 12 Abs. 6 der RahmenPO aber keine formale Voraussetzung für die Prüfung oder das Testat. Bitte beachten Sie, dass Sie sich die Inhalte und Kompetenzen, die in den Seminarsitzungen vermittelt werden, selbstständig aneignen müssen, wenn Sie nicht teilnehmen. Sie haben keinen Anspruch, dass alle Inhalte der Seminarsitzungen auch in anderer Form bereitgestellt werden, ggf. müssen sie diese selbst recherchieren und erlernen.

In Seminaren mit Referaten, Präsentationen u.ä. als Prüfungsleistung oder Testat ist eine Anwesenheit an der dafür festgelegten Sitzung in jedem Fall als Prüfungs- bzw. Testattermin erforderlich (sofern keine Regelung zum Nachteilsausgleich bzw. zur angemessenen Berücksichtigung familiärer Fürsorge eingreift).

In Seminaren mit Prüfungen/Testaten in Gruppenarbeit, Referaten, Präsentationen u.ä. müssen Sie außerdem an dem im KomVor oder im Seminar ggf. angegebenen Termin zur Abstimmung der Gruppen bzw. der Themen und Termine für Referate, Präsentationen u.ä. teilnehmen oder sich entsprechend der Angaben des/der Lehrenden bei ihm/ihr melden um das abzustimmen – ggf. müssen Sie sich dann selbst eine Gruppe suchen oder Sie werden zu einem Thema, Termin bzw. einer Gruppe zugewiesen.

 
Seminaranmeldung:Die Online-Seminaranmeldung der ersten Phase in den Bachelor-Studiengängen war nur bis zum 22.02.2021 möglich. Informationen zur zweiten Phase und zur Vergabe von freien Plätzen.

 
Prüfungsanmeldung und Testatanmeldung:Frist zur Prüfungs- und Testatanmeldung für dieses Seminar:
26.03.2021 bis 10.05.2021


Wenn Sie im OSSC einen Seminarplatz erhalten haben (in den Masterstudiengängen ggf. abweichende Regelungen beachten) oder wenn der*die Dozent*in Sie nachträglich im Seminar zugelassen hat, müssen Sie sich zusätzlich innerhalb der oben genannten Frist selbst im OSSC zur Prüfung bzw. zum Testat anmelden.
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(soweit nicht oben im Kommentar anders angegeben).

Die Prüfungsanmeldung (auch zur Anmeldung zum Testat) finden Sie im OSSC nach Login unter "Prüfungsverwaltung", eine Beschreibung des Verfahrens finden Sie hier:
Infos zur Prüfungs- und Testatanmeldung >>

 
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